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Plattform: PC / Windows (95 aufwärts)
Genre: Multi-Ending Adventure
Erscheinungsjahr: 2001
Developer/Publisher: Crowd Co. Ltd.
Freigabe: keine USK / ab 18
Spieleranzahl: 1 

Gameplay

Takayuki Yamano hat es nicht einfach: von den Eltern vor die Tür gesetzt, muss er nicht nur in der familieneigenen Pension arbeiten, welche auch über heiße Quellen verfügt, sondern sich auch mit dem Personal und den dortigen Gästen herumschlagen (Love Hina lässt grüßen). Wer schon etwas versierter im Anime Bereich ist, wird bemerken, dass die Hintergrundgeschichte nicht gerade taufrisch ist; selbige dient eigentlich nur zur groben Darstellung des Settings.

Viel wichtiger sind die elf Mädchen, denen man im Spiel begegnet und bei denen vom schüchternen Zimmermädchen bis zur hochnäsigen Oberschülerin alles vertreten ist. Diese werden deutlich unterschiedlich charakterisiert und zeichnen sich ausnahmsweise einmal nicht durch ihre Nymphomanie aus (naja.zumindest die meisten) - eine Tatsache, welche die meisten Fans dieses Genres ziemlich stutzig machen dürfte, vor allem, da es nicht gleich zu Beginn "richtig zur Sache geht". Meiner Meinung nach verleiht das dem Spiel aber einen weitaus glaubhafteren Charme und macht es erst richtig interessant, bei einem der Mädchen anzubandeln.

Selbiges hört sich nun überdies leichter an, als es ist, denn die schiere Anzahl der Entscheidungsmöglichkeiten machen es schwer, gleich beim ersten Mal Durchspielen das "Best Ending" für seinen Lieblingscharakter zu erreichen; in den meisten Fällen wird man sogar ganz leer ausgehen. Die Wahlmöglichkeiten sind zu einem großen Teil logisch aufgebaut, nicht zu selten trifft man aber leider auch auf das genaue Gegenteil. Zum Beispiel: Wenn man in den Garten geht trifft man auf Natsuki und ihre Freundinnen, geht man aber vor das Haus, begegnet man Mai.

Diese Stellen sind leider sehr nervig und können nur durch "Speichern - Laden" oder Vorkenntnisse des Spiels gemeistert werden. Die Handlungsstränge weichen mitunter sehr stark von einander ab, und man hat sehr viele Szenen, die sich nach getroffenen Entscheidungen richten. Das hat auf der einen Seite den Vorteil, dass es nur wenige Szenen gibt, die in jedem Spiel gleich sind wie das abendliche Essen mit den Gästen. Andererseits ist so aber auch möglich, dass eine Szene nicht eintritt, weil man bereits im bisherigen Spielverlauf eine Schlüsselszene verpasst hat. Besonders im Zusammenhang mit den schon erwähnten, unlogischen Entscheidungsmöglichkeiten kann das stark frustrierend sein. Es sollte aber dennoch auch dem Durchschnittsspieler möglich sein, mit ein wenig Übung die meisten Enden ohne größere Probleme zu Gesicht zu bekommen.

Bis es aber soweit ist, hat man aber einige Zeit zu spielen - Es gibt 17 verschiedene Enden, wobei es für jedes Mädchen zwei oder mehr verschiedene Enden vorhanden sind. Pro Ende spielt man gut und gerne länger als zwei Stunden. Dabei ist es auch möglich, bereits gesehene Szenen mit einer Art Vorspulfunktion zu überspringen. Ein "Free Hands Modus" ist nicht vorhanden, außerdem gibt es keine zusätzlichen Minispiele, was allerdings kaum ins Gewicht fällt.

Grafik

Die Grafikabteilung von Crowd hat bei Tokimeki wirklich alle Arbeit geleistet: Die Charaktere heben sich deutlich von einander ab und wirken nicht so, als hätte man beim designen bloß Augenfarbe und Frisur gewechselt. Des weiteren weisen die CGs durchwegs sehr hohe Qualität auf und wirken eher gezeichnet denn in einem Computer generiert, was dem Spiel in meinen Augen mehr Leben verleiht. Die Hintergründe sind ebenso hübsch und durchwegs detailliert, es tauchen im gesamten Spiel allerdings nicht mehr als ein Dutzend auf. Außerdem gibt es, zumindest in der amerikanischen Version, keinerlei Verpixelungen - wenn es also etwas zu sehen gibt, dann sieht man es auch.

Sound

 Das Spiel hat einen recht hübschen Titelsong und auch das Abspannlied ist eingängiger J-Pop, die Hintergrundmusik dazwischen ist sehr eingängig und wird selbst nach langem Hören nie langweilig; ich selbst habe mich schon dabei erwischt, wie ich beim Spielen mitgesummt habe. Das ist meiner Meinung nach in einem Multi-Ending Adventure sehr wichtig, da man oftmals lange Abschnitte oder wiederkehrende Abschnitte meistern muß. Aber nur soviel zur Musik, denn das wirklich herausragende in diesem Bereich ist sicherlich das Voice Acting: "Tokimeki Check-In!" war damals das erste Spiel von Crowd, in dem man Seiyuu (Synchronsprecherinnen) die Dialoge vertonen ließ - und das mit großem Erfolg. Wirklich alle Sprecherinnen verstehen ihr Handwerk und schaffen es, ihren Rollen Leben einzuhauchen - von der hitzköpfigen Natsuki bis zur sehr zurückhaltenden Kyoka.

Fazit

Mit "Tokimeki-Check-In!" ist man erstmal ein paar Wochen versorgt - wie schon oben angedeutet, ist es ein sehr großes Spiel, und bei der Anzahl unterschiedlicher Mädchen sollte jeder zumindest einen Lieblingscharakter finden können. Man muß anfänglich zwar etwas tüfteln, um diesen dann auch zu ergattern, wird dafür im Endeffekt aber auch immer mit wunderhübschen Szenen und einem schönen Abspann entschädigt. Die glaubwürdigen Charaktere und die durchwegs witzige Story machen "Tokimeki Check-In!" für mich zu einem der ganz großen Multi-Ending-Adventures der letzen Jahre, das ich wirklich nur jedem Interessiertem an dem Genre empfehlen kann.

mit freundlicher Genehmigung von anime-wave.de

 

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