Plattform: Nintendo Gamecube
Genre: Survival Horror Adventure
Erscheinungsjahr: 2001
Developer/Publisher: Capcom
Freigabe: keine USK / ab 18
Spieleranzahl: 1
Gameplay
"The Alpha Team is flying around the forest in northwestern Raccon City.", mit diesen schon beinahe legendär gewordenen Worten in der Videospielgeschichte beginnt das Remake des originalen Resident Evil für den Nintendo Gamecube. Im Laufe des gerenderten Vorspanns, diesesmal wurde auf grottige Realszenen wie im Original verzichtet, begegnet das S.T.A.R.S. Sonderkommando zum erstenmal den berüchtigten Zombiehunden und muß folge dessen, in arg dezimierter Anzahl in das Horror Anwesen am Rande der Stadt flüchten. Soviel zur groben Hintergrundgeschichte - mehr will ich jetzt nicht vorweg nehmen, denn vielleicht gibt es ja immer noch Videospieler geben die das Original damals verpasst haben, nur soviel: Das S.T.A.R.S. Team bemerkt bald dass sie nicht alleine in dem gigantischen Anwesen sind und dass unter Ihnen offensichtlich ein Verräter ist...
Für Kenner der Serie wird diese kurze Zusammenfassung jetzt zwar keine großen Neuerungen enthalten, man sollte aber nicht so voreilig sein und das Remake einfach auf den ersten Blick als "Resident Evil mit besserer Grafik" abtun, den Capcom hat sich für die Neuauflage wirklich etwas angetan und mehr als 80 % des Spiels verändert - von neuen Rätseln und Gegenständen bis zu neuen Waffen, Monstern und komplett neuen Gebieten. Dabei ist vor allem ein gefährlicher Zombie hervorzuheben dem man über das Spiel mehrmals begegnet und der scheinbar unverwundbar ist - kein Wunder, immerhin trägt er sowohl den T- als auch den G-Virus in sich.
Ein anderes Novum ist, dass getötete Zombies jetzt nicht einfach verschwinden nachdem man sie besiegt hat, sondern dass diese nach einiger Zeit von neuem zu ihrem unheiligen Leben erwachen und als sogenannte "Crimson Heads" um vieles schneller und stärker sind. Die einzige Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist, den Zombies entweder den Kopf wegzuschießen oder aber sie mit Benzin anzuzünden und einzuäschern und damit kommen wir auch schon zu den ersten Kritikpunkten des Spiels - denn so nützlich und wichtig sich das Benzin auch erweist, umso weniger kann man davon mit sich tragen, denn der Kanister reicht für höchstens zwei Anwendungen und auch das Benzin selbst ist im Spiel eher ein Luxusgut.
Gut, man kann argumentieren dass dies aus Realismus- und Spannungsgründen eingebunden wurde, im großen und ganzen verhält sich dieses Feature aber eher nervend. Genauso wie die alte "Farbband-Speichermethode", die sich schon seit frühesten Tagen in der Resident Evil Serie eingebürgert hat und die nur eine begrenzte Anzahl an Speichermöglichkeiten eröffnet. Ebenso altbekannt dürfte der begrenzte Inventoryplatz sein, der sich bei Jill auf acht Itemslots, bei Chris auf nur sechs Slots beläuft. Auch dies führt zu vielen frustrierender Lauferei durch das Anwesen, was durch die ständigen Türanimationen beim Wechseln eines Zimmers nicht gerade aufgewertet wird.
Das größte Manko des Spieles ist und bleibt aber die mehr als nur verkorkste Steuerung die in der gesamten Resident Evil Reihe noch keine große Änderung erfuhr. Die Charaktere steuern sich eher wie Roboter, die sich erst um die eigene Achse drehen müssen bevor sie in eine bestimmte Richtung laufen können, denn wie echte Menschen. Dies führt zu einer großen Immobilität des Charakters, was im Endeffekt zu einigen Bildschirmtoden und noch mehr Frustmomenten führt. Warum Capcom nicht endlich diese Steuerung über Board wirft und sich in dieser Hinsicht an ähnlichen Titeln, wie zum Beispiel der Silent Hill Serie, orientiert ist mir schleierhaft, vor allem auch da bereits andere Capcom Titel eine weitaus ausgereiftere Steuerung verwenden.
Nach einigen Spielstunden hat man aber zumeist die Steuerung soweit verinnerlicht dass man größtenteils gradlinig durch die Räume des Anwesen kommt, was meiner Meinung nach nicht zuletzt an der gut umgesetzten Gamecube Controller Belegung liegt, und zu dieser Zeit hat einen auch längst die Stimmung des Spiels in seinen Bann gezogen.
Hat man das Spiel einmal beendet so erhält man übrigens ein Bonuskostüm für seinen Charakter und es stehen einem unzählige Möglichkeiten offen. Man kann das Spiel nun mit dem anderen Charakter beginnen, dessen Szenario sich um einiges unterscheidet oder einen der vielen Spielmodi ausprobieren die mit der Zeit freigespielt werden. Außerdem gibt es noch geheime Waffen und eine spezielle Belohnung wenn man es auf dem schwierigsten Modus durchspielt.
Grafik
Die Stimmung des Spiels wird zu einem Großteil nach wie vor durch die gruselige und überaus gut gemachte Optik erzeugt. Die Hintergründe sind wie immer vorgerendert, wodurch sie ein sehr realistisches Bild erzeugen, der Nachtteil daran ist allerdings dass diese dadurch statisch, also unveränderbar sind. Die sonstigen Effekte des Spiels - so wie Licht, Schatten, Spiegelungen, Wasser und vieles mehr - verhalten sich dafür dynamisch und sind verdammt gut in Szene gesetzt. Wenn ein Charakter über einen blanken Steinfußboden läuft wirft er genauso eine authentische Spiegelung als wenn er durch eine Wasserpfütze läuft. Räume werden kurz erleuchtet wenn draußen ein Blitz einschlägt und Kerzen flackern im Wind.
Auch bei den Charakteren gaben sich die Entwickler größte Mühe - selbige sind hoch auflösend und mit vielen kleinen Details versehen, achtet man genau auf die Waffe bei einem Schuss, so kann man sogar die Patronenhülse sehen. Auch die Bewegungen der Charaktere wirken sehr natürlich und fließend. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass man sich scheinbar auch beim großen und schaurigen Horrorkabinett der Monster denselben Aufwand betrieb wodurch mir in Sachen Grafik jetzt wirklich kein negativer Kritikpunkt einfallen will. Es wundert also nicht dass Resident Evil oft als Beispiel für die Leistung der Gamecube heranzogen wird.
Sound
Auch die Soundkulisse ist überaus gut gelungen und sorgt für einiges an Atmosphäre. Ob es jetzt die authentischen Geräusche beim abfeuern einer Waffe sind oder der hörbare Unterschied ob man auf Marmorboden oder einem Teppich läuft, alles fügt sich wunderbar in einander und es gibt sogar einen hörbaren Unterschied ob man sich nun im Herrenhaus befindet oder in einer unterirdischen Höhle.
Für alle Spieler die das Original schon kennen, kann ich auch entwarnend sagen, dass sich das Voice Acting im Remake um ein vielfaches verbessert hat. Es finden sich zwar teilweise noch seltsame Kommentare, die wohl aus dem Original Script stammen, aber die sind eher Mangelware.
Fazit
Wenn man die verkorkste Steuerung und das etwas eigensinnige Gameplay verkraften kann, wird man mit Resident Evil mit einer düsteren und packenden Stimmung belohnt die seines Gleichen sucht. Allein der Ansatz "Alleine in einem Horrorhaus" ist meiner Meinung nach bisher in keinem der Resident Evil Teile übertroffen worden, was es meiner Meinung nach zum Besten der bisherigen Serie macht. Spieler die an Action Adventures interessiert sind, sollten zumindest mal einen Blick riskieren, Survival Horror Fans haben das Spiel (in welcher Ausgabe auch immer) sowieso schon längst daheim stehen. Auch Besitzer des Originals sollten sich die Anschaffung überlegen, wie schon erwähnt wurde sehr viel des Spiels geändert. Die beiden Szenarien und die unterschiedlichen Modi garantieren dazu Spielspaß für Wochen.
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